Cornelia Eichacker stellt gemeinsam mit Lena Schabus und Renato Rill im Ministergang im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst aus.

Bild: Cornelia Eichacker | Skulptur: Renato Rill

Cornelia einhacken - Ministergang 2021

Bilder von Cornelia Eichacker | Ministergang

An allererster Stelle möchte ich mich bei Herrn Sibler für diese phantastische Möglichkeit bedanken, an so einem so ehrwürdigen und geschichtsträchtigen Ort meine Arbeiten zeigen zu dürfen und das mitten in der Corona Krise. Was für ein Hoffnung stiftendes Zeichen. 

Die architektonische Dimension des Alten Ministergangs ist von nahezu sakraler Anmutung, es liegt etwas Erhabenes in den Proportionen des Raumes, mit seiner enormen Raumhöhe, Raumlänge, Raumbreite, dem alten Parkettboden, den tiefen Fensterlaibungen, ein wahrlich wunderbarer Ort für Kunst und Musik. 

Angesicht dieser Herausforderung war mir schnell klar, daß ich nicht mit meiner aktuellen graphischen Arbeit, sprich Zeichnungen und Aquarelle auf diesen Raum reagieren möchte, sondern auf große Formate zurückgreifen werde. Meine großformatige Malerei ist überwiegend in den Jahren 1985 bis 2016 entstanden, darunter auch Kunst am Bau Aufträge mit Gemälden, bis zu einer Größe von 555 x 220cm. 

In den letzten Jahren habe ich leidenschaftlich gerne auf Papier gearbeitet und bin zum Liebhaber der kleinen Formate mutiert. Eine Auswahl hiervon wird in der Ausstellung, mit zugehörigem Leporello, zu sehen sein.


Ausstellung Kunst im Ministergang 2021
Präsentation auf der Seite des Ministeriums mit virtuellem Rundgang und Interviews mit allen Künstler*innen
Interview mit Cornelia Eichacker

Herzlichen Dank allen Verantwortlichen, die an dieser Ausstellung mitgewirkt haben.

Doch um was geht es mir in meiner bildnerischen Arbeit.

Ich bin mit Malerei aufgewachsen. Als Kind war ich umgeben von den Bildern meines Ururgroßvaters, der zu seinen Lebzeiten ein berühmter Genremaler gewesen ist, Ludwig Knaus, (1829 bis 1910). Das Landesmuseum Wiesbaden präsentierte 2020 seine 4. Retrospektive. Diese anspruchsvolle Malerei hat mich in meiner Wahrnehmung geprägt und hat Maßstäbe gesetzt für Konzentration und Hingabe. 

So kam es, daß ich mit 19 begann intensiv zu zeichnen und zu malen. Ich hatte großes Glück mit 20 einem wunderbaren Maler an der Münchner Akademie zu begegnen, Rudi Tröger, der mein Lehrer wurde. Einige seiner schönsten Bilder hängen im Ministerium für Unterricht und Kultus.

In einem Text aus dem Jahr 2004, mit dem Titel, „künstlerisches Vorhaben„ habe ich versucht meinen Intentionen im Bild eine begriffliche Form zu geben:

„ Meine bildnerische Arbeit möchte ausschließlich den visuellen Mitteln der Bildschöpfung, Farbe, Lichtwert, Materialität vertrauen und verpflichtet sein. Sie definiert sich im Kontext der Geschichte von Malerei, sie will keine Neuerung sein, kein Konzept vermitteln oder anschaulich machen.

Pigment, Bindemittel und Farbe sind untrennbar miteinander verbunden. Aber die Farbe als Lichtwert und Bedeutungsträger muss meiner Sehnsucht folgen und dem Anspruch nach Präzision genügen, wie das Klangelement in einem musikalischen Gefüge. Ein Ton oder Farbton ist niemals ungefähr, sondern klingt nur in seiner absoluten Bestimmung in einer relativen Vernetzung mit anderen Farben. 

Ich will den akademischen Kontext einer stilistischen Zuordnung (abstrakt-gegenständlich oder konstruktiv-organisch) verlassen, vielmehr aus der Fülle der Bildmittel schöpfen, ohne in Illusionsräumen zu baden, keine Tricks, keine Effekte, weder in der Tiefe des Bildes noch an dessen Oberfläche. Die Bildmittel repräsentieren in der Strenge ihrer Verwendung die Klarheit und Authentizität der Gedanken ihres Erfinders.“

Auf meiner website finden sich Texte von Andreas Kühne, Lothar Romain, Hanne Weskott und Jerry Zeniuk, zu meinen jeweiligen Ausstellungseröffnungen geschrieben und vorgetragen.